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Wir laden herzlich ein! In 11 Tagen Freitag, 17.09.10, 20 hct Begrüßungsabend |
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Erich Lauterbach trat Arm in Arm mit Franz Wolfersberger aus einem der kleinen, gedrückten Häuser des versteckt liegenden Höllplatzes. Dort wohnt er, und Wolfersberger, der Erstchargierte der Gymnasiasten-Burschenschaft "Teutonia", hatte ihn eben abgeholt zu einem Begrüßungskommers, der heute Nachmittag zum "Grünen Baum" abgehalten werden sollte. Unter dem Mantel hielten sie die grünen Burschenmützen vorsichtig verborgen. Wehe den Mitgliedern der Pennalie, wenn das werte Professorenkollegium ihrem heimlichen Treiben auf die Spur käme! Darauf stand die Strafe des Hinauswurfes aus sämtlichen Gymnasien des Kronlandes. Der hohe Landesschulrat hatte es so in seiner strengen Disziplinarordnung verfügt. Aber gerade die Heimlichkeit verlieh der Sache den größten Reiz. (…) Wolfersberger war der Politik ergeben und überragte seine Altersgenossen um ein Bedeutendes an sozialen und staatsrechtlichen Kenntnissen. So wurde er Erster in der kleinen Gymnasiasten-Burschenschaft "Teutonia" und verschaffte ihr auch durch seine Führung ein entschiedenes Übergewicht über die zweite Pennalie des Städtchens, der "Markomannia", von der dritten "Blase", der klerikalen "Norica", abgesehen, in der sich die künftigen Kleriker unter dem stillschweigenden Vorsitz des würdigen Stadtdechanten unter Duldung des schwärzlich gesinnten Gymnasialdirektors schauerlich zusammenfanden.
Dann traten sie rasch in das Gasthaus "Zum grünen Baum" ein, nachdem sie sich durch einen raschen Blick vergewissert hatten, daß sie niemand bemerkte. In der rückwärtigen Wirtsstube war aus aneinandergeschobenen Tischen eine lange Tafel aufgestellt worden. Die Wände, mit grünem Reisig und schwarz-rot-goldenen Bändern geschmückt, zeigten ein freundliches Ansehen, und von der Stirnseite des Raumes grüßte das Bild Bismarcks. (…)
(…) Der offizielle Teil der Kneipe wurde beschlossen, und die übermütige Stimmung schwoll immer mehr an. Aber Wolfersberger, der strenge Erstchargierte, wachte. Er duldete kein tolles Saufen in seinem Verbande und wußte stets rechtzeitig einzugreifen. Die Burschen sangen eben wieder, da stürzte das Mädel mit fliegendem Atem in den rauchschweren Raum. "Gschwind, gschwind, gschwind g'schleund's Euch, der Professor Zeller ist draußen, er will rein, gschwind hinten außi."
Ein Tumult ohnegleichen entstand, angstvolle Gesichter packten in rascher Eile Hut und Mantel, manche vergaßen sogar die grüne Burschenkappe abzunehmen, und hasteten dem rückwärtigen Ausgange zu, der auf die Stadtpromenade führte, die heute bei dem regnerischen Abend gänzlich menschenleer war. (…)
(…) Aber noch eine andere Begebenheit hatten die letzten Wochen Rhaintal beschert.
Die Gymnasialverbindungen waren entdeckt worden. Die beiden Nationalen, die "Teutonia" und "Markomannia", außerdem auch die klerikale "Norica". Das heißt, die Noricaner waren zwar auch angezeigt worden, aber Frau Justitia blieb in diesem Fall auch wirklich auf beiden Augen blind. Mit voller Absicht. Pater Kohlmaier warf mit Erfolg das Gewicht seiner Persönlichkeit in die Waagschale, ebenso der Herr Stadtdechant. (…) Anders, ganz anders hingegen erging es den Teutonen und Markomannen. Die Erst- und Zweitchargierten wurden aus sämtlichen Gymnasien des Kronlandes ausgeschlossen, die übrigen erhielten Karzerstrafen und mindere Sittennoten in sorgsamer Abstufung. Jugendliche Existenzen wurden mit einem Federstreich gebrochen, darunter auch gerade die Besten und Tüchtigsten.
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